Geschichte Köpenicks

Sagen, Überfälle und Schelmenstreiche
Ausgrabungen belegen erste menschliche Siedlungen in der Jungsteinzeit. Später ließen sich germanische Semnonen im heutigen Köpenick nieder.

um 700
Slawenstämme siedeln sich im Berliner Raum an. An der Havel sind es die Heveller (Burg und Ort "Brennabor", heute Stadt Brandenburg), an der Spree die Sprewanen mit Köpenick als Zentrum. Bis ins frühe 11. Jhdt. bleiben die um 825 befestigten Burgsiedlungen Spandau und Köpenick die größten Wohnorte der Region.

um 800
Eine Burg wird auf der Insel zwischen Dahme und Spree errichtet und am Ende des 10. Jahrhunderts erneuert.Auf der Insel entsteht eine große befestigte Siedlung, die der slawische Fürst Jaxa de Copnic um 1150 zu seinem Sitz macht.

1157
Jaxa de Copnic wird durch Albrecht den Bären vertrieben, nachdem die schlecht ausgerüsteten Slawen in einer Entscheidungsschlacht an der Havel unterliegen.

zwischen 1150 und 1200
Die Slawen werden verdrängt. Die Wettiner Markgrafen bauen eine neue Burg.

10. Februar 120
Köpenick wird in einer Urkunde von Konrad II., Markgraf der Lausitz, erstmals erwähnt.

um 1232
Köpenick erhält das Stadtrecht und Ackerland. Es entsteht eine zur Burg führende Straßensiedlung, die spätere Schlossstraße, heute Alt-Köpenick.

1245
Auf der Schlossinsel wird von den Askaniern ein Vogt eingesetzt, der die slawischen Bewohner zum Verlassen der Insel zu zwingen. Sie wird mit deutschen Kolonisten besiedelt. Den Slawen wird der heutige Kietz am Dahmeufer als Wohnsitz zugewiesen.

1323
Köpenick tritt dem Märkischen Städtebund bei.

1355
Der Kietz wird erstmals urkundlich erwähnt.

1373
Die Bevölkerung Köpenicks besteht aus 24 Hausbesitzern und Fischern.

1375
Im Landbuch Kaiser Karls IV. werden auch Rahnsdorf und Schmöckwitz erwähnt.

1405
Der Raubritter Dietrich von Quitzow bemächtigt sich der Burg und Stadt Köpenick und stärkt sie, indem er 1409 dem Rat die Gerichtsbarkeit über die Bürger verleiht.

1412
Die Hohenzollern werden Kurfürsten von Brandenburg. Kurfürst Friedrich I. erwirbt damit auch die Stadt und die Burg Köpenick.

1424
Der Kurfürst billigt den Köpenickern Marktrechte zu. 

1451
Der Kurfürst verleiht den Fischern am Dahmeufer die "Fischereigerechtigkeit".

1478
Ein Stadtbrand zerstört große Teile Köpenicks.

1571
Das anstelle der Askanierburg errichtete Renaissance-Jagdschloßes wird vollendet.

1573
90 Bürgerstellen werden gezählt. Die ersten Innungen entstehen.

1618-48
Dreißigjähriger Krieg. König Gustav Adolf von Schweden nimmt zeitweilig Quartier im Köpenicker Schloss. Zum Ende des Krieges lebten in der Stadt und im Kietz nur noch 27 der ehemals 91 Bewohner, viele Häuser sind zerstört

1669
Der Friedrich-Wilhelm-Kanal, der heutigen Oder-Spree-Kanal, wird fertig. Köpenick liegt nun an einer bedeutsamen Wasserstraße. Im gleichen Jahr wird der Neubau der Langen Brücke abgeschlossen. Erbprinz Friedrich erhält Amt und Schloss Köpenick.

1677
Kurfürst Friedrich Wilhelm beauftragt ein neues Schloss im Barockstil. Die auf das Schloss führende Hauptstraße wird begradigt und verbreitert. Mit Ausrichtung auf das Schloss erfolgte der Bau des nach Berlin führenden Weges, heute Oberspreestraße.

29. Oktober 1685
Edikt von Potsdam: Dadurch kommen zahlreiche Hugenotte (reformierte Christen aus Frankreich) nach Brandenburg. Darunter Seidenweber und Tuchmacher, Bierbrauer, Advokaten und Mediziner, die zum wirtschaftlichen Aufschwung beitragen.

gegen 1700
Die Bevölkerungszahl Köpenicks hat dank der Zuwanderer annähernd den Vorkriegsstand erreicht (ca. 100 Einwohnern). Der Zustrom sorgte für die erste Stadterweiterung.

1705
Köpenick erhält von König Friedrich I. erweiterte Marktrechte. Die Stadt entwickelte sich erfolgreich zu einem begehrten Handelsplatz.

1711
Eine Postverbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) über Köpenick wird entsteht.

um 1750
Köpenick hat 653 Einwohnern. Friedrich der Große förderte die Einwanderung und Ansiedlung geeigneter Arbeitskräfte. Im Köpenicker Raum entstehen Müggelheim (1747), Grünau (1749) und Friedrichshagen (1753).

1756-1763
Siebenjähriger Krieg. 1760 wird Köpenick von russischen Truppen geplündert.

1784
Die Stadt zählt 1.495 Einwohner und weitere 221 Einwohner im Kietz.

Oktober 1806
Die französischen Truppen besetzen die Stadt und belasten die Stadtkasse erheblich. Nach den Kriegen gegen Napoleon Die einsetzende Gewerbeentwicklung verändert auch Köpenick nachhaltig. Die Industrialisierung geht mit der verkehrlichen Erschließung einher, Eisenbahn- und Dampferverbindungen entstehen.
1835
Henriette Lustig ist die erste Lohnwäscherin und begründet die Wäschereitradition.

1842
Der Bahnhof Köpenick der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn wird eröffnet.

1855
In Köpenick gibt es 200 kleine und mittlere Wäschereien, deren Zahl weiter anstieg.

1870
Die ersten Petroleum-Straßenlaternen brennen. Die Hauptstraßen erhalten eigene Fußwege und die Wege nach Grünau und Friedrichshagen werden befestigt

1871
Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende gründen einen Arbeiterbildungsverein, aus dem der sozialdemokratische Wählerverein hervorgeht. Köpenick hat 4.538 Einwohner.

1873
Die Brüder Karl und Wilhelm Spindler errichten auf einem Gelände des heutigen Spindlersfeld, die "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei". Köpenick wird die Waschküche Berlins und hat ca. 7.000 Einwohner.

1880
Die erste Ruderregatta auf dem Langen See in Grünau findet statt

1882
Eröffnung der "Pferdebahn" auf der Strecke Schlossplatz - Bahnhof Köpenick.

1. April 1890
Der hölzerne Müggelturm wird offiziell als Aussichtspunkt zugelassen. Köpenick entwickelt sich zum beliebten Ausflugsort der Berliner.

1903
Köpenick hat über 25.000 Einwohner.

1904/5
Das neue Köpenicker Rathaus wird fertig gestellt. Die elektrische Straßenbahn fährt erstmals zwischen Bahnhof Köpenick und Schlossplatz.

16. Oktober 1906
Köpenick kommt zu zweifelhafter Berühmtheit durch den arbeitslosen Schuster Wilhelm Voigt („Hauptmann von Köpenick“), der in einer Uniform vom Trödler das Rathaus besetzt, den Bürgermeister verhaftet und die Stadtkasse „konfisziert“.

1908
Das Freibad in Grünau entsteht.

1912/13
Das Freibad am Müggelsee wird eröffnet und das Krankenhaus Köpenick entsteht.

1919
Köpenick hat 56.910 Einwohner. 

1. Oktober 1920
Köpenick wird eingemeindet als 16. Verwaltungsbezirk von Groß-Berlin.

1927
Der Spreetunnel verbindet Friedrichshagen mit dem Westufer des Müggelsees.

1932
Köpenick hat ca. 83.000 Einwohner und wächst weiter.

Juni 1933
Während der "Köpenicker Blutwoche" werden Nazi-Gegner gefoltert und ermordet.

1939-45
Die Industriebetriebe an der Spree produzieren überwiegend für die Kriegsrüstung. Tausende Zwangsarbeiter werden beschäftigt. Köpenick wird bombardiert.

1945
Sowjetische Streitkräfte zieht am 23. April 1945 in Köpenick ein. 3.500 der 12.500 Häusern sind zerstört, viele beschädigt. Die Einwohnerzahl ist um 17.000 geschmolzen.

1950
Der Pionierpark (heute FEZ) in der Wuhlheide wird eröffnet. Im selben Jahr wird den Mördern der Blutwoche in Köpenick der Prozess gemacht, 15 erhalten die Todesstrafe andere werden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

1957
Neubauten auf dem Kietzer Feld, in Oberschöneweide, in der Straße An der Wuhlheide, in Köpenick Nord, in Spindlersfeld sowie in der Köllnischen Vorstadt werden errichtet.

1961
Mit dem Mauerbau ist Köpenick Teil von Ostberlin, der Hauptstadt der DDR

1972
Köpenick hat über 130.000 Einwohnern.

1989/90
Mit der friedlichen Wende und der Wiedervereinigung wird Köpenick wieder ein Bezirk Gesamtberlins. Der Strukturwandeln kostet viele Arbeitsplätze an den traditionellen Industriestandorten. Neue Innovationszentren entstehen z. B. in der Wuhlheide. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft entwickelt sich weiter.

1991
Der heutige Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick wird gegründet

1998
Die Bezirke Köpenick und Treptow werden zum 01.01.2001 im Rahmen der Berliner Bezirksreform zum Großbezirk Treptow-Köpenick zusammengelegt.

um 2000
Im Sanierungsgebiet Altstadt werden Baulücken geschlossen, Gebäude saniert, Straßen und Plätze sowie Parkanlagen und Wasserpromenaden erneuert. Die neue Spreebrücke zwischen der Wuhlheide und Oberspree/Spindlersfeld wird eröffnet und entlastet die Altstadt vom Durchgangsverkehr.

heute
Köpenick hat etwa 120.000 Einwohner und ist mit seinen zahlreichen Grünflächen und Gewässern, mit gastronomischer und kultureller Vielfalt ein beliebter Freizeit- und Tourismusstandort der Berliner und Berlin-Besucher.
 
Altstadtführung

Wir führen Sie „rund ums historische Rathaus“ und auf die Schlossinsel.