Der gebürtige Berliner Björn Kuhligk möchte nirgends wohnen, außer in Berlin. Aber dieser ewig lange Winter, die unzähligen Autos, der dysfunktionale Nahverkehr, der Müll, dieser Geruch. Und: Waren Sie schon mal auf dem Amt? Berlin ist es wirklich wert, maximal beschimpft zu werden. Und weil beschimpfen nicht ausreicht, arbeitet Björn Kuhligk auch noch als Fotograf. In seinem neuen Fotobuch „Berlin in 80 Imbissen“ hat er freistehende Imbisse im ganzen Stadtgebiet fotografiert. Der Imbiss ist sozialer Treffpunkt, ein Ort für Plauderei, das Feierabendbier, die Mittagspause, eine Stelle, wo das Essen auf uns wartet und wir nicht auf das Essen. Jeder sieht anders aus, jeder ist ein Unikat, jeder ist ein Zeugnis unserer Alltagskultur. Sie stehen an Straßenecken, auf Plätzen, eingeklemmt zwischen Häusern, am Waldrand, im Zentrum. Und doch verschwinden diese Orte immer mehr. Es war an der Zeit, die Imbisse der Hauptstadt zu dokumentieren, denn die Imbissbude ist zweifelsohne eine wichtige kulturelle Errungenschaft.

Björn Kuhligk, 1975 in West-Berlin geboren, wuchs in Berlin auf und lebt dort mit seiner Familie. Ausbildung zum Buchhändler. Studium an der Ostkreuzschule für Fotografie. Er schreibt Gedichte, Glossen, Kolumnen, literarische Reportagen und Reiseliteratur. Zuletzt erhielt er 2024 den Horst-Bingel-Preis für Literatur, 2022 das Arbeitsstipendium des Berliner Senats für Literatur und 2018 den Arno-Reinfrank-Literaturpreis.