Im 18. Jahrhundert entstand als Repräsentationsbau für das aufstrebende Bürgertum der Vorgänger des Rathauses Köpenick, 1763 an der Schloßstraße Ecke Rosenstraße errichtet. 1896/1898 begann das Projekt eines modernen Neubaus. Architekten Hans Schütte (Bonn-Poppelsdorf) und Hugo Kinzer entwickelten eine two-Phase-Plan: ein dreigeschossiges Eckgebäude mit einem 54 m hohen Turm und einer mittelmärkischen Backsteingotik als markanter Mittelpunkt. Die Baukosten lagen bei ca. 375.000 Mark (Rohbau); insgesamt, inklusive Innenausstattung und Grundstücken, etwa 633.500 Mark.

Der Bau erfolgte in zwei Abschnitten (1902–1905). Am 7. Oktober 1905 wurde das Rathaus unter Georg Langerhans offiziell eingeweiht. Highlights: Ratskeller, großer Sitzungssaal, 20–25 Büroräume pro Ebene, Sparkassentresor und mehrere Dienst- bzw. Amtsräume. Der Grundstein aus dem Fundament des Turms enthält 1902er Exponate; das Gebäude gilt als modernes Verwaltungszentrum und später als Denkmal.

Weltbekannt wurde das neue Köpenicker Rathaus genau ein Jahr nach seiner Einweihung, als der 57-jährige arbeitslose Schuster Friedrich Wilhelm Voigt am 16. Oktober 1906 in einer zuvor erworbenen Hauptmannsuniform des 1. Garde-Regiments mit zehn herbeikommandierten Soldaten Bürgermeister Georg Langerhans verhaftete, um sich der Stadtkasse zu bemächtigen. Der gelungene Streich flog erst nach dem Verschwinden des mehrfach Vorbestraften auf und der zehn Tage später verhaftete Voigt ging als Hauptmann von Köpenick in die Geschichte ein.

Vor dem Haupteingang des Rathauses wurde 1996 eine Skulptur für den Hauptmann von Köpenick aufgestellt. Die Bronzestatue entstand nach Entwurf des Armeniers Spartak Babajan in der Kunstgießerei Seiler.[1] Am Rathaus wurde auch eine Berliner Gedenktafel für Voigt angebracht.